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Hurra, wir sind vom NABU als schwalbenfreundliches Haus ausgezeichnet worden.

VON GISELA JAGER im Naumburger Tageblatt vom 20./21. Mai 2020

Schwalben willkommen ist auf einer postkartengroßen Plakette am Eingang des Hauses Dorfplatz 11 in Großwangen zu lesen. Antje Keller, Eigentümerin des grossen Grundstücks, hielt die Auszeichnung „schwalbenfreundliches Haus“ freudestrahlend in den Händen, die ihr von Helene Helm, Vorsitzende des Nabu Regionalverbandes Unteres Unstruttal, übergeben wurde.

Allerdings, so infonnierte Frau Helm, übergab sie die Plakette nebst Urkunde sowie die Info-Broschüre im Auftrag der Zentralen Schwalben-Koordinationsstelle beim NABU Brandenburg. Denn dort können sich für diese Annerkennung Haus- und Grundstückseigentümer bewerben, die sowohl den Mehl- als auch Rauchschwalben Nistmöglichkeiten an und in ihren Häusern und Nebengebäuden ermöglichen.

»Leider gibt es immer noch viele Hausbesitzer, die die Nester der Mehlschwalben unter den Dachrinnen an den Hauswänden abschlagen oder das Nisten mit Flatterband verhindern, weil sie den Kot der Vögel unschön finden oder sich grundsätzlich von den Vögeln gestört fühlen“, brachte Helene Helm es auf den Punkt, warum der Nabu mit dieser symbolischen Anerkennung die Toleranz der Hausbesitzer für die Schwalben fördern möchte. Mit der Auszeichnung sensibilisieren die Naturschützer die Menschen dafür, dass alle Schwalbenarten immer noch in ihren Beständen rückläufig sind, weil sich zahlreiche Umweltbedingungen verschlechtert haben. Und ihren Lebensraum immer weiter einschränken. Das fängt schon mit fehlendem „Baumaterial“ der Schwalben an, die dafür Lehm oder feuchte Erde und Wasser benötigen, setzt sich darin fort, dass es in den Dörfern nur noch sehr wenig Kleintierhaltung mit Stroh und offenen Ställen gibt, in denen Rauchschwalben ihre Nester bauen.

Denn in Verbindung mit der Tierhaltung ist viel Insektennahrung für die Schwalben und ihre Jungen vorhanden. Antje Keller, die mit ihrer Familie das Grundstück vor fünf Jahren gekauft hatte und dort inzwischen auch Ferienwohnungen schaffen konnte, bemerkte schnell, dass in dem weitläufigen Gebäude- und Gartenbestand etliche „tierische Nachbarn“ ihr Zuhause haben. Neben den etwa 20 Nestern der Mehlschwalben entdeckte sie zwei von Rauchschwalben, die allerdings in diesem Jahr nicht wiedergekommen sind.

„Wir hoffen, dass die Rauchschwalben zurückkehren und würden auch gute Voraussetzungen für ihre Nistplätze schaffen.“ Antje Keller erwähnt auch andere Beobachtungen. In einigen Lehmwänden summen Wildbienen, in einer Scheune fliegen Fledermäuse ein und aus, und in alten Tannen machten sich Eulen bemerkbar. „Das gefällt uns, und wir fühlen uns inzwischen sehr wohl hier“, sagte die ursprünglich aus Halle stammende Frau.

Schwierig war der Erhalt der Mehlschwalbennester allerdings, als vor einigen Jahren an einem Gcbäudeteil das Dach neu gedeckt werden musste. „Wir haben mit den Handwerkern jedoch einen guten Kompromiss gefunden, dass die Schwalben so wenig wie möglich gestört wurden.“

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